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Montag, 21. Juni 2021

Pollaschek, Johannes ~ Professor Koslows Äthermaschine


Verlag:
BoD

Genre:  Roman (Danke an den Autor Johannes Pollaschek für das Rezensionsexemplar)

ISBN: 9783743103818

ET: 2016

Seiten: 360

Der Anfang: „Extrablatt“ Eisenbahnzug spurlos verschwunden! Extrablatt!“ rief Alfons mit so viel Enthusiasmus, wie er aufbringen konnte. Nicht viel, angesichts des bis auf eine paar Dienstboten menschenleeren Kohlmarkts. Halb zehn vormittags war eine Gute Zeit für ein Gabelfrühstück auf einer Bank im Volksgarten, aber eine schlechte, um ein Extrablatt zu verkaufen. Die Nobleren saßen noch beim Frühstück, die Beamten machten es ich gerade hinter den Schreibtischen bequem, und die Arbeiter arbeiteten. Abgesehen davon, dass letztere sowieso selten Geld für deine Zeitung überhatten. Um diese Zeit waren auf den Straßen, Gassen und Plätzen Wiens hauptsächlich Dienstboten unterwegs. Die kauften aber keine Zeitungen, sondern lasen die alten Ausgaben ihrer Herrschaft, bevor sie sie zum Feuer machen verwendeten. Wenn sie denn lesen konnten.

Meine Gedanken zum Buch: ein hoffentliches interessantes Steampunk Buch

Wann hab ich das Buch gekauft?  ------

Was hat mich damals dazu bewogen das Buch zu kaufen?   Es ist ein Rezensionsexemplar

Welcher Charakter war symphytisch oder unsympathisch?  Den hier vorkommenden Charakteren sind mir alle symphytisch

 Ist es Teil einer Reihe oder steht es allein?  Bisher allein also keine Reihe

Kurzinhalt: Ein Zug verschwindet spurlos auf offener Strecke. Ihn wieder aufzuspüren, ist für Ada von Rony und Jakob Ros nicht schwer. Anschließend am Leben zu bleiben, ist für die abenteuerlustige Komtesse und den Erfinder von Kaffee- und Zauberautomaten hingegen eine Herausforderung. Plötzlich sind dubiose Russen und mordlustige Pülcher hinter ihnen her. Und dann ist da noch die verschleierte Dame mit rätselhaften Absichten.
Wirklich kompliziert wird es für Ros, als er sein Herz an Ada verliert. Denn eine Liaison zwischen einer Adeligen und einem Bürgerlichen ist anno 1865 undenkbar.

Meine Meinung:  

Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen und da ich ja selber Steampunk auslebe, dachte ich mir, das könnte interessant werden. Und da es diesmal nicht in England spielt, sondern in Wien, wo ich unbedingt mal hinmöchte, gab den Ausschlag zum Lesen. Der Autor JohannesPollaschek ist selber gebürtiger Wiener

Das Ganze spielt im Jahre 1865. Am Anfang erfährt man erst einmal etwas über die Protagonisten Ingenieur Jakob Ros und die Komtesse Ada Rony und der Freifrau Josefine von Doleschal. Aber gleichzeitig wird man in das Geschehen – der Entführung des Zuges – mit hineingezogen. Das Abenteuer kann beginnen. Ich bin ja eigentlich für Leserin für spannungsgeladene Thriller und Krimis, was hier nicht der Fall ist. Aber trotzdem fesselte mich die Geschichte um die „Ermittlungsarbeit“ von Ros und der Komtesse. Selbst der Humor kommt hier nicht zu kurz und ist keineswegs fehl am Platz.

Der Autor Johannes Pollaschek hat in diesem Steampunk Roman alles gut recherchiert und dieses auch gut erklärt. Gerade mit dem Wissen über die Gesellschaft Ende des 19. Jahrhundert und den Steampunk Gerätschaften kann er punkten. Zum Beispiel das Vapomobil und die Lohnwerke.

Was mich auch gefallen hat, dass man fast bim zum Schluss nicht weiß, was genau passiert ist und dass die Handlung einige unerwartete Wendungen aufwartet.


Auf vielen Seiten ist unten eine Fußnote, wo Johannes Pollaschek mit Erklärungen versehen hat. Für einen Nicht Wiener interessant, da man so einiges über Wien und dessen Gepflogenheiten erfährt.

Der Anhang – dieser enthält einige typische Wiener Ausdrücke und auch ein Glossar mit Steampunk Erfindungen werden hier erklärt.

Ingenieur Jakob Ros und die Komtesse Ada Rony und der Freifrau Josefine von Doleschal werden hier gut dargestellt und ich als Steampunk stelle sie mir bildlich vor. Ein wenig erinnert mich vielleicht Ada an mir selber in der Rolle beim Steampunk: abenteuerlustig, aber doch eine gewissen Nonchalance und Eleganz.

Mein Fazit: Hier ist ein guter Steampunk Roman entstanden und die Geschichte hat mich echt gefesselt, so gab es doch etwas wie eine Spannung. Ich konnte mich auch gut – dank selber Steampunk auslebe – gut hineinversetzten und wusste, wovon hier oft gesprochen wurde. Das hier auch ein wenig eine Liebesgeschichte mit drin ist, hat auch mein Herz berührt und finde ich voll passend.

Das Cover ist so was von Schlicht gehalten, dass es eine große Wirkung für mich hat. Mein Schlusswort – ich habe dieses Dampfpülcher Abendteuer selber erlebt beim Lesen und sah mich schon in Wien beim Flanieren. Ich hoffe sehr, dass es hiervon eine Fortsetzung gibt, die Ros und Ada sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Übrigens mein Steampunk Name lautet Ana Adele von Schafshausen 😊. Nur so als kleine Anmerkung.



1 Kommentar:

  1. Mhm, danke für deine Vorstellung. Mein Geschmack trifft das Buch leider nicht so denke ich. Aber ich kenne jemanden, der daran Freude hätte. Dem schenke ich das Buch!

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