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Mittwoch, 18. September 2019

Hrsg Sturm, Andreas M. ~ Märchenmorde



Also ich war früher (und bin es heute auch noch) ein großer Fan von den Grimmschen Märchen. Ich habe fast alle Märchen, oder sagen wir mal viele, gelesen und „miterlebt“ was den Prinzessinnen, Hexen, Könige und Co passiert ist.
Und dann kam mal eine Zeit auf, wo die Märchen anders dargestellt wurden, Modern, in unserer heutigen Zeit. Und das ist auch bei der Anthologie „Märchenmorde“ so. Als Herausgeber hat Andreas M. Sturm 13 Autoren dazu gebracht, die alteingebrachten Grimmschen Märchen mal anders zu schreiben. Aus der heutigen Sicht. Nicht immer mit Frieden, Freude Eierkuchen 😊. Erschienen übrigens beim Verlag Edition Krimi.
Der Klappentext beginnt mit dem Üblichen, wie es bei Märchen gang und gebe ist, allerdings als Schlusssatz: Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch.
Wer die Märchen der Gebrüder Grimm kennt, weiß, dass es oft gut ausgeht, die Prinzessin ihr Prinz bekommt. Der Böse bestraft wird und eben alles gut ausgeht. Hier in der Anthologie ist es anders. Wir alle wissen, das Märchen grausam sein können, aber sind sie auch wahr? Wie ist es den wirklich mit Schneewittchen, Rotkäppchen und Co gewesen? Was ist hier die Mär dran und was die Wahrheit?
Genau das haben Andreas M. Sturm und seine 13 Autoren hinterfragt.
Hier sind eben Schneewittchen eben mal ene Psychopathin Rotkäppchen geht Anschaffen und auch die neuen Kleider des Kaisers ist hier nicht ohne.
Und in dieser Geschichtensammlung sitzt man schon mal mit Gevatter Tod im Bus.
Bei den Sieben Geißlein gibt es sogar eine Gerichtsverhandlung und Drogen und Mafia spielen hier auch eine Rolle.
Ihr seht, die Märchen sind nicht so, wie wir sie kennen. Und doch zieht sich der Fanden der Gebrüder Grimm hier durch das ganze Buch.

Und es ist auch immer etwas vom „alten“ Märchen mit drin, so dass die wahre Form vom Märchen nicht verloren geht.
Ich habe diese 13 Märchen mit Freude gelesen. Gut, so eine Anthologie ist wie eine Pralinenschachtel. Man mag nicht alle gleich gerne. Angelehnt an Forrest Gump: _).
Aber jede einzelne Geschichte hat was, das lesenswert ist. Jedenfalls ist es sehr interessant, mal die alten Märchen in der heutigen zeit versetzt zu lesen und mit all den heutigen Problemen und Taten, wie z. B. eine Entführung.
Die 13 Autoren haben ein interessantes Werk geschaffen, das sich leicht liest und doch drüber nachdenken lässt. Und oft kommt hier die Wahrheit in der heutigen Zeit nicht zu kurz.
Moderne Grimmsche Märchen, so kann man dieses Werk nennen. Ich mag diese Anthologie und hab mich auch hineinversetzten können in den Handlungen. Denn sie sind oft sehr realistisch dargestellt, eben von der heutigen Zeit. Und doch ist noch ein kleiner Funke Märchen drin, so wie ich sie von der Kindheit her kenne. Mit einem Wort: Gelungen. Für jeden Märchenfreund aber auch für jeden Krimifreund. Und wer Anthologien mag, ist eh hier gut bedient. Meine Empfehlung: Lesenswert!!
Ich bin gespannt, ob es einen zweiten oder dritten Teil von Märchenmorde gibt. Denn die Gebrüder Grimm haben ja nicht nur 15 Märchen geschrieben.
Im Anschluss eine kleine Inhaltsangabe, welche Märchen darin vorkommen

  • Rumpelstilzchen (Bernd Köstering)
  • Schneewittchen (Matthias Ramtke)
  • Rotkäppchen (Andreas M. STurm)
  • Des Kaisers neue Kleider (Martina Arnold)
  • Gevatter Tod (Björn Götze)
  • Der Wolf und die sieben Geißlein (Mario Schubert)
  • Hänsel und Gretel (Connie Roters)
  • Rapunzel (Gisela Witte)
  • Dornröschen (Regina Röder-Ensika)
  • Der gestiefelte Kater (Franjo Terhart)
  • Das hässliche Entlein (Swenja Karsten)
  • Von einem der auszog, … (Ulrike Bliefert)
  • Schweeweißchen und Rosenrot (Andreas M. Sturm)
  • Aschenbrödel (Uwe Wittenfeld)
  • Die kleine Meerjungfrau (Franziska Steinhauer)
  •  

Danke an Andreas M. Sturm für das Rezensionsexemplar

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