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Donnerstag, 1. Dezember 2022

Sanders, Amelie ~ Als hätte der Himmel mich vergessen"

Abbildung von Sander | Als hätte der Himmel mich vergessen | 1. Auflage | 2017 | beck-shop.deVerlag:  Bastei Lübbe

Genre:  Erfahrungen

ISBN: 9783404609253

ET:  2016

Seiten: 364

Der Anfang: „Vorwort von Gudrun

Liebe Leserinnen und Leser

Als ich Amelie kennenlernte, war sie 21 Jahre alt.

Mit 21 Jahren werden Sie vielleicht denken, ist man schon ziemlich selbstständig, hat schon einiges gesehen und sein Leben so einigermaßen im Griff.

Nicht so bei Amelie

Ich weiß noch, wie schockiert ich war, als ich erfuhr, dass sie mit 21 Jahren immer noch zu Hause festgehalten wird und wie eine Gefangene lebt. Da gab es keine Spur von Selbstbestimmung und Selbstverständlichkeit. Und dabei kannte ich damals noch gar nicht das ganze Ausmaß ihres Martyriums. Ich kannte nur die Spitze des Eisberges.

Meine Gedanken zum Buch:  ein erschreckender Bericht über eine gestohlene Kindheit

Wann hab ich das Buch gekauft?   Es ist ein Rezensionsexemplar. Danke an Amelie Sanders

Welcher Charakter war symphytisch oder unsympathisch?  Ganz klar, die Stiefmutter ist mir sehr unsympathisch, der Vater unsympathisch

 Ist es Teil einer Reihe oder steht es allein?  Es steht allein

Kurzinhalt:  21 Jahre Gefangenschaft. 21 Jahre lang gestohlene Kindheit und Jugend – das ist das Leben von Amelie. Dem Hass der Frau ausgeliefert, die sie „Mama nennen muss. Nach außen ist die Familie Sanders perfekt. Doch Amelie erlebt daheim anderes, schreckliches. Kaum was zu essen oder zu trinken bekommen, eingesperrt, gequält und erniedrigt. Das ist der Alltag von ihr. Das wenige ist nicht strafbar oder verboten.  Jahe später findet dann Amelie heraus was wirklich mit ihrer richtigen Mutter passiert ist.

Meine Meinung: Lange habe ich gedanklich die Rezension bedacht. Nicht weil mir da nichts einfällt, sondern deswegen, weil ich nicht einen ganzen „Roman“ schreiben möchte. Meine Gedanken zu diesem Buch purzeln durcheinander.

Wo fange ich an?

Erst einmal sachlich. Ameli beschreibt ihre missratene Kindheit (wenn man es so nennen kann). Detailliert erzählt sie von den Misshandlungen ihrer Stiefmutter aber auch ihres Vaters. Und verschönt nichts dabei. Sie schreibt, wie oft sie im Stillen um Hilfe gebeten hat und alle irgendwie weggeschaut oder in Bezug Hilfe versagt haben. Amelie wird immer weniger – weniger als Kind, jugendliche als Mensch. Die Gefahr das sie ganz „verschwindet, ist gro0. Doch dann kommt Gudrun. Ein Mensch, der NICHT wegschaut, der HILFT.

Zwar spät, aber nicht zu spät. Amelie hätte viel früher geholfen werden können.

So und nun kommen wir zum emotionalen. Das Buch ist schwer zu lesen, zumindest für zartbesaitete. Schonungslos schildert die Autorin ihre Kindheit und Jugend. Ausführlich ihre Flucht und die Zeit danach. So oft musste ich kurz aufhören zu lesen und mich fragen, warum? Gerade als da wieder stumm um Hilfe gerufen worden ist und keiner die Hilfeschreie wahrgenommen hat – egal ob gewollt oder ungesehen.

Amelie durfte nur alle drei Tage auf Toilette, Zähne putzten gar nicht…. Waschsachen…. All die alltäglichen Dinge, die wir ohne Gedanken jeden Tag verrichten, war für das Mädchen versagt. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich diese Dinge „mal bewusst“ gemacht.

Ich habe beim Lesen mit Ameli mitgelitten, gehofft, dass endlich mal einer kommt und sie da rausholt. Aber über 2 Jahrzehnte ist nichts passiert. Und dann kam Gudrun – ein Engel? Nein,  und ja, eine die nicht weggeguckt oder weggehört hat,. Die die Sache angepackt hat und geholfen hat. So wie es viele Menschen hätten tun dürfen.

Ich stehe in Kontakt mit Amelie, schon allein wegen de Buch. Sie hat gefragt, warum sie da ist. Und da sagte ich, weil sie auf die Situation aufmerksam machen muss.  Darum und de n-Menschen zu zeigen, NICHT wegzuschauen. Um zu zeigen, was antun kann und das man helfen sollte, muss

Leider ist es auch heute so, dass zu viele Menschen einfach wegschauen. Und da kommt Amelies Buch gerade richtig! Es sollaugen öffnen.

Ich bin der Meinung, das Buch „Als hätte mich der Himmel vergessen“ sollte eine Pflichtlektüre in der Schule werden!! Im Deutschunterricht, in Relionsunterricht.

Das Buch rüttelt auf sollte aufrütteln in einer Welt, die oft als nur von Egoismus und der eigenen Tür kehren beherrscht wird.

Amelie ist ungefähr so alt wie ich, aber davon sind über 2 Jahrzehnte nicht wirklich gut gewesen.

Heute ist die Autorin eine „normalen“ Frau. Sie ist stark, meiner Meinung nach, hat das Leben lieben gelernt. Und ich bewundere sie, dass sie nicht aufgegeben hat. Sie ist nicht ganz allein dagestanden, Nein, da waren Gudrun, Schwester Felicitas und ein ganz kleiner Teil noch von Leuten. Aber das meiste hat sie selber geschafft und darauf kann sie stolz sein.

Dieses Buchzeigt, was tagtäglich in Deutschland (und auch in anderen Ländern) passiert, ohne dass wir es wissen. Und das ist so was von erschreckend. Wie vielen Kinder wird die Kindheit geraubt ohne das den geholfen wird. Dieses Buch soll darauf aufmerksam machen.

Eider Schreibstil ist zwar nüchtern, aber doch eindringlich. Es gibt immer wieder Rückblenden in anderer Schriftart von Amalies Kindheit. Die meiste Zeit schriebt sie doch aus der Gegenwirt.

Ich könnte noch mehr zu diesem Buch erzählen, es mehr besprechen, aber meiner Meinung nach sage ich, lest es selber und macht Eure Gedanken darüber. Vielleicht lauft ihr dann etwas wachsamer durch die Gegend.  Und das ist der Sinn dieses Buches und vor allem Amelies Geschichte.

Das Cover:  ein trauriges Mädchen, im dunkel. Nur das Gesicht ist erleuchtet. Dieses Kind strahlt die Hoffnungslosigkeit ohne Ende aus.  Jedenfalls passt es um Inhalt, wo Amelie schon fast die Hoffnung aufgegeben hat auf Rettung

 

 

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