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Sonntag, 4. November 2018

Schäfer, Tillmann ~ Knastfrauen




 „Waren sie schon mal im Gefängnis? Nein? Dann müssen Sie dieses Buch lesen. Leisten Sie sich den Luxus, in Freiheit zu erfahren, was es heißt, hinter Gittern zu sein.
 In „Knastfrauen“ von Tilmann Schäfer geht es um Frauen, die Verbrechen begangen haben. Wahre Verbrechen! In diesem Buch erzählt der Arbeitstherapeut wie Frauen den Knast erleben. Zeigt das Leben hinter Gittern und beschreibt die gängigsten Therapien. Egal ob auf der Jugendstation oder in den Hafthäusern für Erwachsene.
Das buch ist ein Buch über den Knastalltag. So wie es viele Frauen tagtäglich erleben oder bald erleben werden. Daher ist „Knastfrauen“ auch in einzelnen Kategorien eingeteilt wie z. B. „erster Tag“ über Ausbildung und Freizeit, aber auch Einkauf im Knast, Sommerfest und Knasttheater. Und der Autor begibt sich auch in den Bunker, zu Gerichtsterminen und beschreibt oft die Gefühle der Frauen.
Tillmann Schäfer zeigt dem Leser, dass Frauen auch nur Menschen sind und dass sie meist früher selber Opfer waren. Aber er entschuldigt damit nicht die Tat
Da ich ja ein True Crime Fan bin, erhoffte ich mir von diesem Buch einen interessanten Leseeindruck. Doch hier wurde ich ein wenig enttäuscht. Sachlich ist an dem Bericht nicht viel auszusetzen, aber interessant… hm. Der Autor beschreibt gut den Alltag und die Situationen im Gefängnis, geht auch auf die Gefühle der Inhaftierten ein, aber da stößt es mir schon ein wenig auf. Am Anfang sind alle bockig, schockiert uneinsichtig usw. Aber nach ein paar Arbeitstherapiestunden und einfach auch ab und zu schweigen ist alles Friede Freude Eierkuchen. Jede Frau fängt das Reden an, macht mit bei der Therapie, ist fast perfekt in dem was sie tut und vor allem einsichtig!!
Da frage ich mich beim Lesen, in welcher Welt lebt dieser Mann? So einfach, wie er hier das Beschreibt, ist es meiner Meinung nicht. Nur weil er gut zuhören kann, und die Gefühle der Frauen versteht, der Ansprechpartner bei Problemen und Fragen ist, ist nicht alles gleich gut.
Der Satzbau ist hier einfach gehalten und nichts besonders. Zwar flüssig zu lesen, aber mehr so als Bericht als ein Buch.
Ich habe schon viele „True Crime“ Bücher gelesen und auch solche von „Insidern“ Aber ich denke, Tillmann Schäfer macht sich hier auch ein wenig seine heile Welt selber. Man kann es lesen, aber muss man nicht
Das Cover ist etwa reißerisch. Schwarzer Hintergrund mit einer schemenhaften jugendlichen Frau und blutrot der Titel „Knastfrauen“. Ich hätte den Titel vielleicht in ein Alltagsgrau gehalten. 

Ich danke Herr Kohle vom Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf für das Rezensionsexemplar!




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