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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Sturm, Andras M. ~ Leichentuch


Weihnachten in Dresden. Burkhard Eichler arbeitet auch an Heiligen Abend. Obwohl er Autofahren hasst, ist er diesmal mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Auf dem Heimweg verunglückt Eichler mit dem Wagen und wird aufgrund des Schneefalles erst Tage später gefunden.   Die Ermittlungen führen  Karin Wolf und Sandra König. Dabei stoßen sie auf diverse Ungereimtheiten und dubiose Geschäfte.
Gleichzeitig erfährt Karin Wolf, dass ihr Erzfeind Witkowski die Flucht aus dem Gefängnis Bautzen geflohen ist. Karin hat Angst, Angst, das Witkoswski sich rächen kann für die Verhaftung damals.
Der Krimi ist in zwei Handlungssträngen unterteilt. Einmal aus der Sicht von Karin, die in dem Mordfall Eichler ermittelt. Dann aus der Sicht von Rene Witkowski, der an seinen Racheplan arbeitet und viele Leute ihm was schulden, so dass er seine Helfer hat.
Lange bleibt die Frage offen, wie Burkhard Eichler ums Leben gekommen ist und was da überhaupt geschehen ist.  Aber die Rachefeldzüge von Witkowski an Karin laufen hier parallel zu  den Ermittlungen an den Tod Eichlers. Schafft es Karin, Witkowski wieder hinter Gittern zu bringen? Und warum musste Burkhard Eichler sterben?
Karin Wolf und Sandra König erinnern mich irgendwie an Rizzoli und Isles" mit ihren flapsigen Sprüchen, wo Karin dann Rizzoli ist. Allerdings finde ich dass in einen guten Krimi nicht unbedingt Erotikphantasien sein sollten, aber das ist vielleicht Geschmackssache.
Der Schreibstil ist gut und flüssig und durch die kurzen Kapitel liest sich der Krimi schnell und man kommt dadurch gut rein in die Handlung. Am Anfang braucht es noch etwas mit der Spannung, aber dann wird diese aufgebaut und hält sich fast bis zum Schluss. Dieser zieht sich allerdings etwas hin. Jedenfalls das Motiv erfährt man eigentlich recht schnell am Schluss, aber der eigentliche Täter bleibt lange im Verborgenden und auch die einen oder anderen Überraschung hält dieser Krimi hier parat.
Das Cover kann ich nicht ganz so zu der Story zuordnen.  Klar geht es um Kindesmissbrauch und die Mutter auf den Cover will ihr Kind schützen vor dem Bösen.  Trotzdem finde ich es nicht ganz 100% passend. Allerdings würde ich dieses Buch wegen dem Cover schon in der Buchhandlung in die Hand nehmen.

FAZIT:  Dieser Krimi ist eine leichte Lektüre die zwar schon einen fesselnd, aber mehr so wie ein Tatort Krimi. Ich kann die Bücher von Andreas M. Sturm empfehlen als leichter Lesegenuss mit einem gewissen Hauch an Spannung, der genau richtig ist. Wie gesagt, das Ende hat mich nicht ganz so überzeugt, aber das tut der eigentlichen Story keinen Abbruch.
 Andreas M Sturm war so nett, mir den Hintergrund der Statue zu erklären.
Das Cover zum Kriminalroman „Leichentuch“ ist das Foto einer Plastik, die in Dresden auf der „Bürgerwiese“ steht. Die Skulptur ist von Heinrich Epler und trägt den Namen: „Zwei Mütter“. Die dramatische Darstellung zeigt eine Frau und eine Tigerin, die mit ihren Kindern den rettenden Felsen auf ihrer Flucht vor der Flut zu erreichen suchen.
Das entsetzte und doch kampfbereite Mienenspiel der Frau erinnerte mich beim Schreiben an die Qual von Kommissarin Karin Wolf, die in der Geschichte zwischen Angst und kämpferischem Trotz schwankt.Die dünne Schneedecke auf der Plastik soll das Leichentuch versinnbildlichen - im Buch wird das Fahrzeug eines Ermordeten von einer Schneedecke verhüllt.
Vielen lieben Dank dafür Andreas.
Da man auf den Cover das Tigerjunge nicht so recht erkennt (ich habe es nicht gesehen, gestehe ich), weil es aus einer anderen Perspektive aufgenommen worden ist, habe ich nochmals ein Bild von einer anderen Stelle rausgesucht.

 Stärke: ein guter Krimi der mithalten kann
Schwäche: etwas langatmiges Ende