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Sonntag, 22. Oktober 2017

Vogl, Christa ~ Zwei Pfund Sonne, bitte



„Zwei Pfund Sonne, bitte“ sind kleine kurze Geschichte mit viel Humor und eine gewisse Satire.  Hier in den 40 Geschichten kommt alles vor – die Liebe, das Grauen, der Humor und Krankheiten. Nichts bleibt verschont. Ob es nun die Spinne ist, die wider aus dem Staubsauerrohr krabbelt und sich rächt, oder einen die Windpocken plagen. Es wird vorgeglüht, was man früher anders verstand und man geht auf die Spuren von Rosamunde Pilcher. Ob der neue Zaun hier bei dem anderen Anklang findet, erfährt man, wenn man das Buch liest. Und auch, ob das Geschenk, der Mähroboter gut ankommt. Und eigentlich ist ja doch alles ganz einfach, auch wenn mal die ein oder andere Bagatellschaden entsteht, Leider macht sich die Bügelwäschen nicht von allein, aber mit dem richtigen Fernsehprogramm ist diese ruckzuck erledigt.  Fesselspiele ala Fifty Shades of Grey sind hier ebenso vertreten, wie der gewünschte Dankesbrief.
Aber ich möchte Euch nicht zu viel verraten, denn sonst geht es ans Spoilern. Und damit würde ich die Lust aufs Lesen vermiesen. denn das Buch „Zwei Pfund Sonne, bitte „von Christa Vogl lädt ein zum Lesen. Die einzelnen Geschichten sind gutgeschrieben, damit man richtig abtauchen kann und entspannen. Das ein oder andre hat man vielleicht auch selber ein wenig erlebt.
das Ganze wird eingeleitet mit so netten Worten von der Autorin. Schließlich wäre doch ein neues Buch zu Weihnachten was Feines. Aber unter Druck gesetzt mag Christa Vogel nicht, denn dann kommt die Schreibblockade. Und dann meinte sie, Kurzgeschichten kommen immer bei den Lesern gut an. Damit hat sie recht.
Mir hat das Buch mit dem sonnigen Cover sehr gut gefallen. Ein schönes warmes orange mit vielen kleinen Sonnen.  Die Geschichten laden zum Schmunzeln ein, aber auch ein bisschen zu Gänsehaut, Romantik – einfach zu allen. Erschienen ist das Buch beim battenberg gietl verlag
Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen für zwischendurch. Das ist einfach Sonne für den Leser und die Zeit, die man damit verbringe.
Vielen Dank an den battenberg gietl Verlag für dieses sonnige Buch.

Freitag, 6. Oktober 2017

Danielewski, Mark ZP. ~ Das Fünzig Jahr Schwert



Das Fünfzig-Jahr-SchwertEs ist wieder Halloween und Belinda, die Rivalin von Chintana hat sie zur Geburtstagsparty eingeladen. Zusammen mit einer Sozialarbeiterin und fünf Waisenkindern kommt fast zeitgleich ein Geschichtenerzähler ins Haus. Dabei hat dieser Erzähler einen schwarzen langen Kasten mit geheimnisvollen Inhalt. Und dann fängt er an zu erzählen und die Dinge nehmen seinen Lauf. Nicht immer so, wie es sein sollte, sondern auch grausige.
Denn eigentlich ist die Geschichte vom Fünfzig Jahr Schwert eine Gruselgeschichte.
Der Roman ist ein typischeres Mark Z. Danielewski Roman. Die Aufmachung gleicht dem Buch „Das Haus“ und hat seinen ganz eigenen Charakter.
Man braucht schon eine kleine Weile um hier den Durchblick zu haben, aber dann geht es rasant weiter und man kann nicht aufhören zu lesen.
Eigentlich wird diese Geschichte aus der Sicht von Chintana erzählt, aber die Weisenkinder kommen hier auch zu Wort und fallen sich sogar darin gegenseitig rein. Wie im Klappentext geschrieben „purzeln fünf Weisenkinder durcheinander“ so purzeln die Erzählungen durcheinander.
Die Textlänge auf den einzelnen Seiten, der immer nur links steht, ist unterschiedlich. Mal ist es ein langer Text, mal nur ein Satz auf der Seite. Mal ist er normal, manchmal steht er längs. Die Rechten Seiten sind entweder leer oder dort sind Zeichnungen vorhanden.
Das Cover selber ist sehr interessant. Am Anfang dachte ich, dass es sowas wie Schneeflocken oder so ist. Aber nein, es sind Nadelstiche. Klappt man das Buch auf, erscheint ein Wirrwarr aus endlosen Fäden. Darin auch teilweise blutrote. Beeindruckend auch die Anführungszeichen in genähter Form am Anfang vom Titel drinnen. Diese Anführungszeichen findet man im ganzen Buch wider und sind in verschiedenen Farben. Verschiedene Farben deswegen, weil jede Farbe zu einem Erzähler gehört.
Ich vermute, dass diese Fäden und das Genähte in Bezug mit der Näherin Chintana zusammenhängt.
Das Buch liest sich schnell und trotz der kuriosen Aufmachung fesselt es einen. Das Ende hätte ich jetzt nicht so erwartet. Ich mag dieses Buch, denn es ist, wie „Das Haus“ ein Erlebnis und gleichzeitig spannend und ein gewisses Teil gruselig. Mark Z. Danielewski weiß, wie man seine Leser fesselt. Jedenfalls steht sein Buch „Only Revolutions“ auf meine Wunschliste.
Die Bücher des Autors sind schon eine Herausforderung, denn man liest nicht einfach, man erlebt. Gewiss ist das nicht jedermanns Sache, aber ich finde diese mal was anderes. 


Löffler. Rainer ~ Der Näher



Der NäherFallanalytiker Martin Abel ist. nach zwei schweren Fällen erst mal zur Ruhe verdonnert worden. Denn sein Gemütszustand ist nicht der beste. Doch wieder einmal wird er zu einem Fall gerufen und zwar sind in Gummersbach zwei schwangere Frauen verschwunden. Abel soll die hiesige Polizei dort nur unterstützen, mehr nicht.
Doch dann findet man die erste Leiche, eine Mutter, die gerade ein Kind geboren hat. Und schon wird Abel wieder hineingesogen in die Grausamkeit der Menschheit. Er kommt dabei wieder an seine Grenzen und vieles steht auf dem Spiel – auch privat.

„Der Näher“ ist der dritte Teil, mit dem Fallanalytiker Martin Abel.
Ich habe schon die Vorgänger „Blutsommer“ und „Blutdämmerung2 gelesen und war gefesselt in der kriminalistischen Geschichte.

Und auch diesmal hat es mich gefangen. Die Spannung baut von Anfang an auf, hält sich. Das Ende ist ein wenig zu dramatisch, wie auch in den beiden andere teilen, aber tut dem Gesamtbild keinen Abbruch.
Abel ist mir von Anfang an sympathisch und auch die anderen Charaktere sind hier gut beschrieben. Privates kommt hier auch zur Sprache und zwar im richtigen Maße.

Der Schreibstil ist schon gut und flüssig, aber teilweise auch heftig.  Jedenfalls finde ich, dass Rainer Löffler sich mit dem dritten Teil noch ein Tick gesteigert hat, wenn ich so meine vorigen Rezensionen zu beiden Büchern lese.
Den Stil, die einzelnen Kapitel in Tage zu unterteilen hat der Autor beibehalten. Dann gibt es auch die Rückblende in die Vergangenheit. Zu Wort kommen hier abwechselnd der Täter oder Abel. Eine gut gelungene Mischung.
Gut finde ich wieder die Erklärung am Ende des Buches, das in diesem Thriller ein wahrer Kern steckt.
Das Cover ist diesmal ganz anders als bei den ersten teilen. Hintergrund scheint eine Stoffart zu sein, worauf der Titel gestickt ist „Der Näher“ in schwarzen Garn. Rainer Löffler ist in blutrot geschrieben. Das Besondere daran ist diesmal der Einband an der Seite, der auch aussieht wie genäht. Sehr interessantes Cover.
Also ich war wieder begeistert von dem dritten Teil mit Fallanalytiker Abel und freue mich auf weitere Fälle mit ihm.