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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Härtl, Cornelia ~ Böse Spiele


Offenbach, Problemviertel  und sozialer Brennpunkt Dietzenbach. Dort wird ein Containerbüro der neue Arbeitsplatz für  Lena Borowski in einen Querschnittsteam Lena Borowski ist Sozialarbeiterin und ist eigentlich schon einiges gewöhnt. Als dann am Wochenende der Ehemann ihrer ehemaligen engen Freundin anruft und sie bittet nach seiner verschwundenen Schwester zu suchen, ist das ruhige Wochenende vorbei.. Zeitgleich ermittelt sie in einen schweren Fall von Kindesmisshandlung. Als sie wirklich eine spur von Sabrina findet, verändert sich ihr ganzes Leben und sie schaut in Abgründe, die sie nie für möglich gehalten hätte. Dann wird eine weibliche Leiche gefunden. Ist es Sabrina, die Schwester von Jürgen?
Dieses Buch ist nicht einfach, denn es zeigt Seiten der Menschlichkeit, die grausamer nicht sein hätten können. Nicht das hier Unmengen an Blut fließt oder etliche Leichen auftauchen. Nein es zeigt die seelische Grausamkeit. Aber es zeigt auch, das teilweise die Menschen damit einverstanden sind. Es zeigt Seiten, die wir uns im normalen Leben gar nicht vorstellen können. Und damit ist der Krimi gut, und spannend.  Außerdem zeigt dieser Krimi auch die schwere Arbeit einer Sozialarbeiterin in solch einen Brennpunkt und in Problemvierteln. Ich will nicht gerade sagen, das man sich als „Normalbürger“ gut hineinversetzen kann, aber man ahnt, das es mehr gibt, also das ruhige Leben das man vielleicht führt.
Die Charakteren sind hier gut und symphytisch dargestellt und jeder hat so sein Päckchen zu tragen. Hier ist keiner so unschuldig, wie man annimmt. Und auch werden dubiose Personen wie ein Nachtclubbesitzer oder die Chefin eines Escort Service nicht immer böse dargestellt.
Dieses Buch zeigt aber nicht nur die kriminalistische Seite auf, es wird hier auch solche Leute dargestellt, die z. B. nur auf Karriere aus sind und sogar evtl. alles dafür tun würden. Also kommt hier auch etwas an Politik zum Vorschein. Es ist hier eine gute Mischung aus allen eigentlich vorhanden: Krimi, Politik, Privates z. B. von Lena, aber auch Geheimnisse und Täuschungen. Träume und Erkennen. Die Hauptsache an diesem Buch ist aber eigentlich die SM Szene, denn darin dreht sich das kriminalistische. Und damit wird Lena Borowski bei der Suche nach Sabrina konfrontiert. Die darin beschriebenen Szenen sind gut recherchiert und man kann sich darunter auch was vorstellen. Auch wenn man das vielleicht mit einen Kopfschütteln macht, denn nicht jeder kommt da so einfach mit zurecht.
Das Cover passt zur eigentlichen Geschichte. Es zeigt auf einen schwarzen Hintergrund eine gefesselte Frauenhand. Die Fessel sind rot dargestellt, was noch mal den Kick gibt in diesem dunklen Cover. Auch das Böse in dem Titel ist rot. Das unterstreicht noch mal die Charaktere des Wortes, meiner Meinung nach.

FAZIT: Spannung wird hier in diesem guten Schreibstil von Anfang an aufgebaut und man mag diesen Krimi nicht aus der Hand legen. Denn schließlich will man wissen, was mit Sabrina passiert ist und wie es mit Lena und Tamae weitergeht. Und dann ist ja noch der Nachtclubbesitzer Rohloff. Das Ende hat mich ein wenig traurig gemacht. Gerade auf das vernachlässigte Mädchen Samantha und deren Mutter. Aber auch die ein oder andere Frage bleibt vielleicht offen wenn es um Lena geht. Aber da kann man sich wenigstens auf eine weiteres Buch mit Lena Borowski freuen.
Stärke: gut recherchierter Krimi mit einer ermittelnden Sozialarbeiterin
Schwäche: etwas offenes Ende