Seiten

Sonntag, 3. Mai 2015

Gwisdek, Gabriela ~ Nachts kommt die Angst

Alexandra hat in der Nähe von dem kleinen Dorf in der Uckermark ein Haus gemietet. Sie braucht abstand, um sich in Ruhe auf die Kunst und das Malen zu konzentrieren. Doch schon die Anreise mit dem Zug ist ein Desaster. Eine tote Frau liegt auf den Gleisen. Am Bahnhof angekommen, spricht sie ein merkwürdiger alter Mann an und bietet ihr an, sie zu diesem Haus zu fahren. Es ist schon dunkel und Alexandra nimmt dieses merkwürdige Gefühl trotz Bauchgrummeln an. Das Haus stellt sich als eine einzige Katastrophe dar. In der Nacht hört Alexandra merkwürdige Geräusche auf dem Dachboden und schaut nach. Sie sieht eine weibliche Gestalt in dem Schaukelstuhl und flieht Hals über Kopf vom Dachboden. Am nächsten Morgen geht sie ins Dorf um Lebensmittel zu kaufen, doch es ist Sonntag. Wieder begegnen ihr merkwürdige Dorfbewohner, z. B. die alte Frau, die ihr aufträgt, Adam von ihr zu grüßen. Auf der Rückfahrt mit dem Fahrrad kollidiert sie mit dem Auto des Dorfsheriffs Harris. Alexandra ist stinkesauer auf ihn, doch nach und nach freunden sie sich an. Sie erfährt, dass die Vorgängerin von dem Haus ermordet wurde und weitere Frauen verschwunden sind. Dann verschwindet wieder eine Frau. Die Situation spitzt sich zu, zumal im Herbst wieder die Überflutung kommt.

In diesem Krimi wird die Spannung von Anfang an aufgebaut und auch gehalten. Die Geschichte fesselt einen, zumal hier immer ein bisschen der Grusel mit eine Rolle spielt. Und fast ein jeder mag das klitzekleine Gefühl der Gänsehaut, wenn hinter einen es knackt und knistert. Die mitwirkenden Personen kommen hier gut rüber und jeder der Dorfbewohner hat so seine Macken. Und das Gerede in so einer Dorfkneipe kann schon mal gruselig sein, vor allem wenn jemand in einen Haus außerhalb des Dorfes wohnt. Die Story ist recht realistisch und glaubhaft dargestellt. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Vor allem das Ende ist echt überraschend und das gefällt mir besonders gut. Denn oftmals sind die Schlusskapitel immer so vorhersehend, was die Spannung abflauen lässt. Das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil! Das Cover ist gut gewählt, denn in einer schummrigen Ecke nachts ein Fenster abzubilden lässt schon die Fantasie anregen. Wenn man dann das Buch abends im Dunkeln mit Kerzenschein und knackenden Kaminfeuer liest, ohne eine Ablenkung, dem kann schon mal passieren, dass der Leser über die Schulter guckt.

FAZIT: Alles in allen ein echt gelungener Krimi, der die Psyche angreift und mit überraschenden Ende. SO soll ein Psychothriller sein!!

Gabriela Gwisdek hat schon mal einen Psycho Thriller geschrieben. „Die Fremde“ war ihr erster Roman und ist im Sommer 2010 im aufbau Verlag erschienen. Gabriela’s Mann Michael hatte die Hauptrolle als Kommissar in der Reihe „ Schmidt und Schwarz“, eine Krimi Reihe im ZDF. Beide leben in der Schorfheide, einem kleinen Dorf nahe Berlin. Vielleicht hat dieses Dorf als sie zu dem neuen Roman „ Nachts kommt die Angst“ inspiriert. Bevor Gabriela Gwisdek anfing zu schreiben, arbeitete sie jahrelang als Requisiteurin am Theater und auch in der Film und Fernsehbranche war sie tätig. Ein facettenreiches Leben also

Stärke: ein durchaus fesselnder Psychothriller
Schwäche: