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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Maucher, Stefanie ~ Fida

Das Buch beginnt am 10. April 2013 mit einer Frau, die Plakate von einem vermissten Mädchen aufhängt. Es ist ihre Tochter, die am 6.3.2012 zum letzten Mal gesehen worden ist. Laura Wenz war mit Freundinnen in einer Drogerie und danach in der Bücherei. Doch dort spricht sie Onkel Anton an, ein älterer Herr ,der dort den Kindern immer wieder vorliest. Laura fühlt sich in der Situation nicht wohl und flüchtet. Auf dem Heimweg, verfolgt dieser ältere Herr sie und sie schreit ihn an, er solle sie in Ruhe lassen. Von da an verliert sich die Spur von Laura.
Seit dem Tag geht Tatjana jede Woche den gleichen Weg ab, denn ihre Tochter gehen hätte müssen  und hängt Zettel auf. Sie glaubt stets daran, dass Laura noch lebt und gibt die Hoffnung nicht auf. Ihr Mann Jochen hat jedoch die Hoffnung schon aufgegeben.
Doch Laura wird in der Nähe von dem Weg gefangen gehalten und schwer misshandelt und missbraucht. Ihr wird jede Würde und jeder Stolz genommen und ihr Wille ist gebrochen. Wird Laura noch lebend gefunden und schafft es die Mutter, sie wieder in die Arme zu nehmen?
 Das Buch ist erschreckend. Laura die entführt wird, wird in einen Kellerverlies gefangen gehalten. Und damit fängt das Grauen an. Die Misshandlungen werden detailliert beschreiben und es kostet nerven, dieses Buch weiter zu lesen. Auch die Verzweiflung der Mutter ist greifend nahe und man möchte am liebsten sie fest in die Arme nehmen. Die Geschichte ist so realistisch dargestellt, das einen eine Gänsehaut beschert wird. Der Täter ist ein total kranker Mensch und man möchte nur noch schreien. Alle vorkommenden Personen sind auch sehr realistisch dargestellt und man kann sich so gut reinversetzten in die einzelnen Menschen. Man spürt die Trauer von Tatjana, die Angst und Panik von Laura und man stellt sich den grausamen Täter vor.
Das Buch selber ist abwechselnd in der Gegenwart, also 2013 - die verzweifelte Suche der Mutter - und dann wieder in der Vergangenheit 2012 – die Entführung von Laura -  geschrieben worden.
Das Ende ist ein wenig abenteuerlich und eigentlich etwas unrealistisch, aber das tut dem Buch keinen Abbruch. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und so lässt sich das Buch gut lesen. Nach und nach kommt auch raus, warum der Titel Fida heißt. Das Cover finde ich passend. Düster in Grau und schwarz Tönen, nur die Schrift in Rot. Und dann das Kind mit den ängstlichen Augen, welches den Mund zugehalten bekommt. Schon allein da bekommt man so etwas von dem Grauen der Geschichte zu spüren.

FAZIT: Ich konnte das Buch einerseits nicht aus der Hand legen, anderseits habe ich es ein paar Mal zur Seite legen müssen, weil es so grausam ist. Wenn man vorstellt, das so was schon teilweise im realen Leben vorgekommen ist, dann kriege ich die Gänsehaut nicht mehr fort. Ein gutes Buch aber absolut nichts für schwache Nerven. Dieses Buch lässt sich schwer verdauen und auch als ich es zu Ende gelesen habe, musste ich erst mal schlucken und habe eine Zeit gebraucht, um die Rezension zu schreiben.

Stärke: ein Buch, das einen fesselt und nicht mehr loslässt
Schwäche: