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Sonntag, 25. März 2018

Fiedler, Thorsten ~ Der Nomade im Speck


Der Nomade im Speck - Fiedler, ThorstenVermieter – da denkt man, an Altersvorsorge, nette Mieter und einfach eine Geldanlage. Tja, kann sein, muss aber nicht. Thorsten Fiedler ist ein Vermieter, der hat nicht das alles erlebt, sondern das Gegenteil. Mietnomaden, Kein Mietzahler und vieles mehr, so beschreibt der Autor und Hausbesitzer die Erlebnisse mit seinen Mietern. Von Hartz IV, wo das Amt zahlt bis hin zum Messie, wo alles vollstellt. Eine Katastrophe zur nächsten reiht sich in diesem Buch „Den Nomaden im Speck“ Trotz all den negativen Erlebnissen schafft es der Autor diese erlebte Geschichte mit Humor und Witz zu beschreiben, was ihm auch gelingt. Aber auch den Unmut, wenn er mal wieder erfolglos versucht, an Miete ranzukommen, den ganzen Messiemüll wegzuräumen kommt hier gut zur Sprache. Die Hilflosigkeit wegen den ignoranten Ämtern. Man fühlt mit Thorsten Fiedler und denkt, oh Mann, warum gibt es so unverschämte Leute.
Wir – mein Mann und ich sind selber Vermieter und haben (schnell auf Holz klopfen) bisher Glück gehabt mit unseren Mietern. Aber bleibt es so? Das schlimme ist ja, dass man als Vermieter fast keine Rechte hat gegenüber seinem Eigentum, solange da jemand drin wohnt!! Die Mieter können fast alles tun und lassen und man steht als Vermieter hilflos da. Und auch wenn das Buch lustig und leicht geschrieben ist, hinterlässt es bei mir ein wenig ein schaler Geschmack. Mit den Gedanken, was wäre, wenn…. Dieses Buch zeigt vielleicht auch auf, das da mal was geändert werden muss in Sachen Vermieter. dass diese mehr Rechte bekommen sollten und nicht – so wie z. B. der Nicht Mietzahler – man oft monatelang drauf warten muss, bis vielleicht die Klage gegen diesen wirksam wird und der der Mietpreller raus muss aus der Wohnung. Oder dass man die Wohnung betreten darf, wenn ein Messi drin wohnt und dort Maßnahmen als Vermieter ergreifen darf. Wo bleibt da die Gerechtigkeit.?
Das Cover ist auch passend. Ein Speckhaus mit einem schlafenden Mieter, der es sich gemütlich macht im Speck. Der Hintergrund ist grün – so als würde es vortäuschen, dass alles im grünen Bereich ist. Aber ist es den so? Ich finde, es ist lesenswert für jeden Vermieter, damit man sich vielleicht seelisch drauf einstellen kann, was kommen könnte.
Ich jedenfalls gucke mir - wenn es mal irgendwann vielleicht so sein sollte – meine zukünftigen Mieter genau an! Und recherchiere vielleicht vorher.
Leider bleibt hier offen, wie es mit dem Mietobjekt und den Mietern von Thorsten Fiedler ausgegangen ist. Aber vielleicht ist es auch so gewollt, denn wer weiß, vielleicht gibt es ja einen zweiten Teil?

Volk, Katharina E. ~ Das verrückte Wiesengeflüster


Das verrückte Wiesengeflüster - Katharina E. VolkStellt Euch mal folgende Situation vor. Ihr bekommt etwas erzählt, nimmt es für wahr, hinterfragt es nicht und erzählt es weiter.
Und darum genau geht es in diesem Buch. Um etwas Erzähltes, was sich am Ende anders herausstellt. Eine große Wiese, wo die Tiere friedlich nebeneinander leben. Und dann kommen da zwei Amseln und plaudern mit dem Schaf. Es fällt der Satz: „Bei den Hasen ist was los. Sie haben was aufs Näschen bekommen „.
Und schon geht es los mit der Geschichte von Verwirrungen und falsch Informationen. Das Schaf erzählt es dem Fuchs, der Fuchs dem Dachs usw. Jeder in seiner Version. Heraus kommt dabei eine völlig andere Geschichte, als sie wirklich ist. Und wie sieht das Ende aus?
Ich möchte hier nicht zu viel verraten, sonst braucht Ihr das buch nicht mehr zu lesen.
Jedenfalls ist es ein Buch, das zeigt, wie schnell Gerüchte entstehen können und wie man diese aufdeckt. Eigentlich ist das Buch für Kinder ab Jahren. Aber ich finde, auch kleinere Kinder können die leicht geschriebene Geschichte gut mitverfolgen. Zusätzlich gibt es wunderschöne Illustrationen. Dadurch können Kinder selber auch viel entdecken und somit wird das Buch nicht langweilig.
Und die Erwachenden? Ich denke, viele werden sich an selber erlebtes erinnern. Wie schnell so eine Gerüchteküche aufbauen kann. Oder wer kennt das Spiel, das vielleicht viele Erwachsene früher gemacht haben: Stille Post?
Für mich ist diese kleine Geschichte über das Gerücht und dessen Aufklärung sehr gelungen und lehrreich. Vielleicht sollte man doch das ein oder andere gehörte auf den Grund gehen und nicht einfach weitertragen und vielleicht „verfälschen“ oder falsch verstehen.
Die Illustrationen sind von den Brüdern Christian und Fabian Jeremies. Ich finde sie sehr gelungen.
Danke an der Boje Verlag für das Leseexemplar.


Harbort, Stephan ~ die Maske des Mörders


Bildergebnis für Die Maske des MördersDie Maske des Mörders von Stephan Harbort ist mal aus der Sicht der Opfer erzählt. Zwar geht es hier auch um die Serientäter und diese werden auch vorgestellt, aber die Oper kommen hier auch zu Wort. Und das finde ich recht interessant. Meist sind es ja die Täter, die „interessant“ sind, von denen man alles wissen will usw. Aber wie geht es den Opfern. Die die überlebt haben. Was haben die empfunden, wie ist das Leben weitergegangen? Und damit beschäftigt sich Stephan Harbort in diesem Buch.
Auch beschäftigt sich der Autor und Experte sich mit der Frage, wer den alles zum Opfer werden könnte. Und ein wenig beantwortet er die Frage, aber auch dass jeder irgendwie zum Opfer werden kann. Es gibt keine bestimmten Merkmale, es kommt auf so viele Dinge an wie z. B. Verhalten des Opfers, Verhalten des Täters, Neigungen, Vorlieben, Gelegenheiten und vieles mehr. Ist es besser sich zu wehren? Ist es besser ruhig zu bleiben. Darauf gibt es keine Antwort. Aber wenn man das Buch von Kriminalisten liest, ist man vielleicht ein wenig aufmerksamer?! Auch sagt Stephan Harbort, dass viele Menschen schon einen Serienmörder begegnet sind, ohne dieses zu wissen. Ich gestehe, der Gedanke macht mir ein wenig Gänsehaut 😊.
Alles im allen finde ich „Die Maske des Mörders“ ein gelungenes Werk. Auch ältere sehr bekannte Täter sind hier vorstellig - Peter Kürten, Jürgen Bartsch z. B. – und auch mir unbekannte.
Im Anschluss ist dann ein Statistischer Teil. Dort stellt Der Autor welche Beziehung der Täter und das Opfer haben, das Durchschnittsalter, wo man am häufigsten Oper wird oder der Lebensumstand wie z. B. verheiratet, geschieden …. Tötungsarten und Motivationsstrukturen fließen in der Statistik ein und viele andere interessante Dinge.
Ich finde das Buch „Die Maske des Mörders“ ein gelungenes Werk und für mich interessant. Und werde wohl öfters auch auf mein Bauchgefühl hören. Wer weiß, vielleicht hatte ich ja ach schon mal die Begegnung mit einem Serienmörder und mein Bauchgefühl hat mich gerettet?

Danke an Stephan Harbort für das Leseexemplar