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Mittwoch, 24. Januar 2018

Fölck, Romy ~ Totenweg



Bildergebnis für TotenwegFrida ist 10 Jahre bei der Streifenpolizei tätig gewesen. Nun will sie mehr und macht ein Studium für den Laufbahnabschnitt 2, früher gehobener Dienst. Sie steht am Anfang ihres Studiums und alles scheint gut. Doch dann wird ihr Vater, der eine Apfelplantage in der Elbmarsch betreibt, brutal überfallen und liegt im Koma. Eigentlich wollte Frieda nie wieder nach Hause zurück, aber die Umstände lassen ihr keine Wahl. Doch die Plantage von ihrem Vater steht kurz vor beim Bankrott. Frieda versucht mit allen Mitteln das Unternehmen zu retten. Und dann ist ja noch der ungeklärte Mord an ihrer besten Freundin Marit vor 20 Jahren. Der Täter ist nie gefasst worden.
Kriminalhauptkommissar Haverkorn war damals der ermittelnde Beamte und ist fast dran zerbrochen, weil man den Täter nie fasst. Doch Frieda hat anscheinen was zu verbergen. Was ist das und wer ist der Täter von der kleinen 14-Jährigen Marit?

Totenweg von Romy Fölck ist ein sehr interessanter Kriminalroman in einer beschaulichen Landschaft.  Diese ist sehr gut beschrieben und auch die Atmosphäre dort. Man fühlt den Wind, man sieht die Weite von der Elbmarsch und man steht mittendrin auf der Apfelplantage oder dem Hof.
Aber auch die Protagonisten Frieda und Bjarne Haverkorn sind gut dargestellt und jeder für sich eine Persönlichkeit. Mit Privaten sorgen, Nöten und Ängsten, aber auch freue. Selbst den Deuteragonisten und Tritagonist sind realistisch dargestellt mit all ihren Facetten.
Die Handlung ist gut nachzuvollziehen und man wird ins Geschehen gleich reingesaugt. Direkte Spannung gibt es hier nicht, aber unterschwellig ist sie vorhanden. Gerade wenn nachts es regnet, der Sturm weht und all diese Sachen spürt man diese. Man fühlt sich beobachtet und hört in den Raum rein.
Der Prolog beginnt mit dem Mord an einen 14-Jährigen Mädchen, wo Bjarne Haverkorn hin gerufen ist. Diese Leiche liegt in einer einsamen Scheune in der Elbmarsch. Und dann beginnt der eigentliche Krimi.  Immer wieder gibt es versteckte Hinweise auf den möglichen Mörder.
Auch warum Frieda so verbittert ist gegenüber ihren Eltern, wird immer wieder angedeutet. Aber - und da kommt die Spannung her – es wird nur angedeutet! In diesem Krimi geht es aber um mehr als den Mord. Es geht um Intrigen, Verschwörungen und Kampf. Kampf um das Land und auch um Macht und Geld. Der Apfelpflücker Hagen und sein Sohn Sven zum Beispiel haben jahrelang fast zur Familie von Fried angehört und nun hat sich Friedjof – Friedas Vater – und Hagen sich fürchterlich zerstritten. Auch dieses bleibt vorerst im Hintergrund.
All das macht den Krimi lesenswert, geheimnisvoll und dadurch spannend. Eine teilweise bedrückende Atmosphäre ist hier vorhanden, so wie eben die Elbmarsch im Herbst ist. ´
Und dann ist ja noch der Totenweg zur einsamen Scheune…
Interessant finde ich die Kreuze in den einzelnen Abschnitten der Kapitel.  Aber auch das Titelbild finde ich voll gelungen. Ist es der Totenweg zur Scheune. Klar, dass der Buchtitel in blutrot geschrieben ist.
Es ist mein erstes Buch von Romy Fölck. Allerdings ist Totenweg der erste Band von einer Krimireihe mit den Ermittlern Frieda Paulsen und Bjarne Haverkorn. Ich freue mich auf jeden Fall mehr von den beiden zu lesen.
Sehr interessant ist auch Videointerview mit Romy Fölck, wo die Elbmarsch und deren düstere Atmosphäre gezeigt werden, aber auch wo die Autorin über die Entstehung des Buches und deren Protagonisten redet.