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Freitag, 4. Dezember 2015

Thies, Heinrich ~ Hilferuf aus dem Folterkeller



http://ecx.images-amazon.com/images/I/41-gx89OkXL._SX326_BO1,204,203,200_.jpgLutz Seifert führt ein recht bescheidenes ruhiges Leben. Er ist immer höflich, sehr nett und zuvorkommend, sagen die Nachbarn.  Umso entsetzter sind diese, als sie erfahren, dass der Kürchnermeister ein sehr brutaler Serienmörder ist.  Angehörige haben schon öfters bei der Polizei ihre Familienmitglieder als vermisst gemeldet und immer kam der Name Seifert mit ins Spiel. Doch damals glaubte die Polizei den ganzen Briefen und Nachrichten von den Verschwundenen, dass sie neu anfangen wollen und man nicht nach ihnen suchen sollte. Alles weißt halt auf ein freiwilliges Gehen hin. Doch Karla Sommer ist das alles zu suspekt und befasst sich mit der Frage, ob diese Personen wirklich aus eigenem Antrieb gegangen sind.  Umso mehr sie dabei ermittelt, ums o mehr gruselige Details kommen hierbei ans Tageslicht.

FAZIT: Heinrich Thies hat dieses Buch geschrieben. Sehr anschaulich beschreibt er  die intensive Ermittlungsarbeit von der Kommissarin.  Die Hintergründe sind gut recherchiert und man kommt immer näher an das Grauen heran, was Seifert da gemacht hat. Und man bekommt auch einen Einblick in das zweite unscheinbare Leben von dem Kürchnermeister.  Außerdem geht der Autor ausführlich in das Thema S/M ein und beleuchtet diese Szene. Welche Rolle hat dieser Trend bei den Morden gespielt. Sachlich aber realistisch ist dieses Buch, ohne irgendwelche Effekthascherei.
Am Ende wird ausführlich über den Trend S/M erzählt und bis ins kleinste Detail gegangen. Mir persönlich ein wenig zu viel des Guten. Weniger ist oftmals mehr.  Auch ist mir der True Crime ein klitzekleines bisschen zu nüchtern. Ich habe schon viele wahre Kriminalitätsbücher gelesen, deswegen kann ich da ein wenig vergleichen. Was mir hier auch gefehlt hat, waren die Bilder. Darüber hätte ich mich schon ein wenig gefreut, damit man sich Seifert vorstellen kann. Denn wie sieht ein bescheidener netter Mensch aus, der zu solchen Grausamkeiten fähig ist.
Wenn man im Internet recherchiert, stößt man aber auf diesen Fall. Auch wenn hier in dem Buch der Name des Täters verändert wurde, findet man schnell im Netz Artikel über den grausamen Mörder.
Was mich aber ein wenig beängstigt, ist, das zu der Zeit, wo Seifert aktiv war und auch nachdem er in Haft saß – sogar in Norderstedt und Ochsenzoll – ich dort gelebt habe, in Norderstedt, nahe Ochsenzoll. Damals habe ich das gar nicht so intensiv mitbekommen, aber im Nachhinein, wo ich das Buch gelesen habe, ist mir das erst in den Sinn gekommen.
Das Cover finde ich zwar auf eine Art gut, aber auf der anderen Seiten nicht ganz so passend. was es eigentlich mit dem Fall zu tun hat, weiß ich noch nicht so recht. Schöner fände ich es, wenn da ein Gelände zu sehen wäre, wo ein Eingang z. B. zu einen Keller oder ähnlichem zu sehen wäre. 
Danke an den Verlag zuKlampen für das Rezensionsexemplar

Stärke: Im Nachhinein kann ich sagen, ein guter True Crime Buch, bei dem mir trotzdem ein bisschen was gefehlt hat.
Schwäche: die fehlenden Bilder eben