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Dienstag, 1. September 2015

Wegberg, T.A. ~ Grenzverletzungen



Cosmo ist eigentlich ein charmanter und witziger Mensch. Aber auch sehr labil und oft unberechenbar. Denn er kleidet an einer Krankheit. An Borderline. Ärztliche Hilfe kommt für ihn überhaupt nicht in Frage. Mit seinen besten Freund Johannes hat er eine Wohngemeinschaft. Und diese verlangt Johannes viel ab. Bis an Rand seiner Kraft. Denn Cosmo hat zu Johannes Aufgabe gemacht, sein Erlöser zu sein und immer für ihn da zu sein, egal was kommt. Als sich Johannes jedoch in eine Kommilitonin verliebt und sie ihn so einigermaßen körperlich und seelisch aufbaut, kommt es zum Eklat zwischen Cosmo und Johannes.
 Die Geschichte über Borderline, Freundschaft und Abhängigkeit ist schon irgendwie erschreckend. Wieviel psychische Macht besitzt so ein kranker Mensch. Und wie sehr steigert sich der andere rein in seinen Helfersyndrom und kann dem nicht entfliehen. Dieses Buch ist eine Geschichte über Höhen und Tiefen über Missbrauch und Macht. Aber auch über bedingungslose Freundschaft.
Allerdings hat mich diese Geschichte auch genervt. Gerade Cosmo, der sich ja durch seine Krankheit alles erlaubt und alles macht, egal auf welche Kosten und mit welchem Ergebnis. Diese Geschichte  liest sich fast wie die einer geprügelten Frau, die nicht aus der Gewalt rauskommt und immer den schlagenden Mann  entschuldigt, weil er es ja nicht so gemeint hat. Das regt mich echt tierisch auf. Dieses Buch hat einen gleichbleibenden  Erzählstil ohne Höhen und Tiefen. Es plätschert so dahin und am liebsten möchte man Johannes eine heftig links und rechts geben, damit er endlich aufwacht und sich nicht mehr ausnutzen lässt.  Ich habe echt Probleme gehabt, dieses Buch fertig zu lesen, weil nichts Neues auf den 286 Seiten kommt. Immer nur das gleiche, nur anders umschrieben.
Und ich habe schon viele Bücher in der Art gelesen, aber  die waren weitaus besser und nicht so dieses Einheitsgerede.

FAZIT: Dieses Buch dient gut zum Einschlafen, denn es hat den Erzählstil wie beim Schäfchen zählen. Immer wieder hüpft so ein Schaf über den Zaun und es kommt mal nicht ein schwarzes oder ein Wolf oder andere Abwechslung. Schade, denn dieses Thema ist schon recht brisant. Gerade in der heutigen Zeit. Aber das hätte man  echt besser machen können.

Stärke: ein brisantes Thema
Schwäche: Die Geschichte zieht sich wie Kaugummi. Es gibt hier fast keine Abwechslung.