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Freitag, 3. Juli 2015

Rist, Biggi / Skalecki, Liliane Rotglut



Das Jahr 2010. WM Fieber. Deutschland gegen England.  Doch dieses Ereignis wird durch ein schreckliches Verbrechen überschattet. Im Bürgerpark wird ein Mann schwer verletzt von zwei Frauen aufgefunden. Doch bevor Notarzt und Polizei eintrifft verstirbt dieser und kann nur noch ein Name flüstern. Kommissar Heiner Hölze  wird mit den Ermittlungen beauftragt und findet heraus, dass dieser Mann eigentlich schon seit über 35 Jahre als tot gilt. Hölzle und Team graben weiter und umso tiefer sie in den Fall hineintauchen, kommen sie der RAF Zeit näher. Was hat dieser Tote mit dem Bombenattentat auf dem Bremer Hauptbahnhof zu tun? Und wie war das mit dem Entführungsfall von dem Bankier? Doch dann kommt noch der Verfassungsschutz ins Spiel und die Ermittlungen scheinen zu Ende zu sein. Doch lässt sich Hölzle davon abhalten?

Dieser Krimi ist eigentlich reine Fiktion. Und doch wird das ein oder andere Aha Effekt hier ausgelöst. Zumindest bei denjenigen, die die RAF Zeit mitgemacht haben.  Am Anfang hatte ich Probleme mit diesem Krimi. Die Spannung fehlte, und so recht wollte ich mich in die Story auch nicht reinfinden. Doch umso mehr ich las, umso mehr kam ich da hinein in diesem Krimi. Und auch in die Handlung.  Und zu Letzt konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung ist in unterschiedlichen Zeiten eingeteilt. Einmal in der Gegenwart 2010 und dann in der Vergangenheit 1974. Es sind hier viele Protagonisten mit dabei, so dass man am Anfang den Überblick verliert. Ab und zu wird auch eine Erklärung zu der RAF als Fußnote hinzugefügt.
Das Cover zeigt einen Brand oder etwas das verbrennt. Herauszeigend ist, das unten noch ein Rest vom einen Fahndungsplakat zu sehen ist und oben der Schriftzug Terroristen. Mit dem Titel Rotglut konnte ich bisher nichts anfangen. Allerdings hat die Autorin die Erklärung auf lovelybooks gepostet: Rot steht für die rote Kaderschmiede und ist damit die Uni Bremen gemeint. Und Glut für Leute, die für ihre Ideen glühen.
Laut Wikepedia: Kaderschmiede, hergeleitet von Kader, werden häufig umgangssprachlich Bildungseinrichtungen genannt.

FAZIT: Wenn man die Geduld aufbringt und diesen anfangs etwas langatmigen Krimi weiterliest, wird belohnt mit einen spannenden Fall. Kommissar Hölzle ist mir echt sympathisch. Schon allein wegen seiner Schokisucht. Er spricht zwar hochdeutsch, aber denken tut er hier schwäbisch. Sympathisch. Die Protagonisten sind mehr oder weniger realistisch da gestellt und kommen gut rüber. Selbst der Gigolo *lach*. Die Story an sich ist gut geschrieben und ich habe beim Lesen selber oft gedacht, ja da war doch was mit der RAF. Gerade die Einführung ist gut recherchiert und dargestellt. Alles im allen ein guter Krimi, der nach ein paar Anfangsschwierigkeiten echt spannend rüberkommt.

Stärke: ein guter Krimi über die Zeit der RAF
Schwäche:  am Anfang etwas verwirrend