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Sonntag, 5. April 2015

Raabe, Melanie ~ Die Falle



Linda Conrads hat in ihrer Jugend den Mord an ihrer Schwester mitbekommen. Zumindest hat sie den Täter damals kurz gesehen. Seitdem verbringt sie ihr Leben in ihrem Haus und geht niemals raus. Einzig allein eine Handvoll Personen haben persönlich mit ihr Kontakt. Aber auch nur, weil diese sie ab und zu besuchen kommen oder für sie Einkaufen. So verbringt Linda Stunde um Stunde, Tag um Tag, Jahr für Jahr in ihrem Haus – gefangen wie in einem Goldenden Käfig, den sie sich selber aufgebaut hat. Das Bücherzimmer ist für sie Italien, wo sie ab und zu hinreist, das Fernsehen und Internet ihre Verbindung zur Außenwelt. Bis sie eines Tages in den Nachrichten den Mörder ihrer Schwester sieht und ihre kleine heile Welt komplett durcheinanderwirbelt. Er ist Journalist bei einer großen Zeitung du Linda schafft es, ihn in ihrer Abgeschiedenheit zu einen Interview einzuladen. Schließlich hat die großartige Schriftstellerin schon seit Jahren kein Interview mehr gegeben und es gibt als solches viele Gerüchte.
Der Termin für dieses Gespräch steht, doch erstens kommt es anders, zweitens wie man denkt.

Melanie Raabe entführt einen mit diesem Buch eine Welt, die für viele nicht vorstellbar ist. 11 Jahre „gefangen“ im Haus und das freiwillig. Was muss geschehen, damit es so weit kommt, wie mit Linda Conrads?  In diesem Roman beschreibt die Autorin den Alltag von der fiktiven Schriftstellerin. Wie ihre Tage aussehen, wie sie ihr Alltag meistert und wie sie mit den Menschen zurechtkommt, die noch in Lindas Haus kommen. Die ihr Kontakt zur Außenwelt sind. Melanie Raabe schafft es, dass man sich hineinversetzten kann in Linda und doch möchte man ihr helfen, Linda. 

FAZIT: Dieses Buch ist auf eine Art fesselnd, denn man möchte am liebsten Linda an die Hand packen und ihr zeigen, wie harmlos die Welt da draußen ist. Auf der anderen Seite finde ich an manchen Seiten dieses Buch etwas langatmig. Nichts Spannendes geschieht dann dort. Zum Schluss kommt aber dann doch etwa Spannung auf und man fiebert mit, ob es Linda gelingt, den Mörder von ihrer Schwester zu finden und zu überführen.
Das Cover kann mir nicht so recht einfinden. Schwarz gehalten mit Gras im Hintergrund? Der Titel „Die Falle“ Steht mitten auf dem Cover und  sieht aus, als für de es einen fangen wollen. Dick und weiß.  Ich finde das Cover ein wenig nichtssagend.
Die Protagonistin Linda ist gut dargestellt und man kann oft mit ihr fühlen. Die anderen dagegen kommen für mich ein wenig zu kurz. Sind sie doch eigentlich auch wichtige Personen in diesem Roman, denn sie sind ja schließlich die „Außenwelt“ von Linda.  Damit Linda noch realistischer rüber kommt ist der Schreibstil in Mir Form gehalten. Das finde ich gut, denn so kommt man Linda nochmals nahe.

Stärke: ein guter  erster Debütroman von Melanie Rabe
Schwäche: die Autorin kann sich noch steigern.

Ich möchte  dem btb Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars



Ich habe ja das tolle Glück gehabt, die Schriftstellerin persönlich auf der Leipziger Buchmesse zu treffen. Melanie Raabe ist eine ganz herzliche Person, die offen für ihre Leser ist. Auch kann sie sich sehr gut in die Welt der Blogger einfühlen, weil sie selber auch Bloggerin war (oder noch ist?). Nun, da ich das Buch gelesen habe, freue mich mich umso mehr, sie vorab persönlich getroffen zu haben.