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Mittwoch, 4. März 2015

Schenkel, Andrea Maria ~ Finsterau



Andra Schenkel hat wieder ein Buch über ein Verbrechen geschrieben, das eigentlich keine Fiktion ist, sondern nach einen wahren Fall geschrieben worden ist.
Ein kleines Dorf im Bayerischen Wald. Mitte der 60er Jahre erzählt ein betrunkener Fremde in einer Wirtschaft, das er von einem Mord weiß, der aber schon 18 Jahre zurück liegt. Die Wirtsleute tun das als betrunkenes Gerede ab.  Dann geht das nächste Kapitel mit Afra weiter. Hier wird immer im Wechsel mit dem Vater und andren Protagonisten von deren Leben erzählt. Wie sie wieder nach Hause kommt mit einen Kind von einem Franzosen. Der ständige Streit zwischen Vater und Tochter, da sie ja eine Schande fürs Dorf ist. Aber auch die Mutter kommt hier zu Wort. Afra wird dann erschlagen im Haus gefunden, ihr Sohn ist schwerverletzt und stirbt später im Krankenhaus. Der Schuldige ist schnell gefunden – Afras Vater -  aber dann kommen später Zweifel auf.  


FAZIT: Andrea Maria Schenkel erzählt hier von einem Mordfall, der wirklich passiert sein soll. Die einzelnen Kapitel wechseln aus der Sicht von Afra über  dem Vater bis hin zu dem nun pensionierten damals ermittelnden Polizeibeamte 18 Jahre später. Schnell wird eigentlich klar, dass Johann Zauner, der Vater von Afra nicht der Täter war. Nach und nach deckt die Autorin das Verbrechen auf.  Das Ende allerdings kommt ein wenig plötzlich und für mich ein wenig unverständlich. Was mir hier auch fehlt, ist die spannende Stimmung wie in Tannöd. Das düstere, das so gegenwärtig um die Zeit war, fehlt hier total. Es gibt hier keine Höhen oder Tiefen, hier ist im Erzählstil alles gleichgehalten. Die vielen typischen bayrischen Worte, die man teilweise nicht versteht, stoppen auch den Lesefluss etwas. Gerne hätte ich im Anhang eine Übersetzung dafür gehabt. Auch fehlt hier mir das Hintergrundwissen. Was ist hier nun Fiktiv und was Wahrheit? Ich finde, die Schriftstellerin konnte es schon besser aufs Papier bringen. Aber ganz so schlecht ist dieser Krimi auch nicht. Eine durchaus kurzweilige gute Unterhaltung für einen lauen  Tag eignet es sich auf jeden Fall.
Das Titelbild zeigt eine Holztür, wohl die Tür vom alten Bauernhaus. Allerdings finde ich die hellblaue Schrift vom Titel nicht ganz so passend.

Stärke: Ein kurzweiliges Lesevergnügen für laue Tage
Schwäche: Man kann aus solch einen Thema mehr machen