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Mittwoch, 25. März 2015

Keikus- Wilms, Claudia ~ Verschleppt, missbraucht, getötet



Claudia Keikus Wilms hat ihren „Traumberuf“. Sie ist Polizeiberaterin bei einer Berliner Tageszeitung.   Jahre ist sie schon in diesem Beruf und berichtet tagtäglich von den kleinen oder großen Tragödien. In ihrem ersten Buch berichtet sie hauptsächlich von den Kindern, die Opfer geworden sind. Opfer von Sexualtätern, die missbraucht und getötet worden sind.  In diesem Buch kommen aber nicht nur die einzelnen Taten vor, sondern auch Fakten und die Geschichte hinter der Geschichte.  Aber die Berichtserstattung fordert von Claudia Keikus Wilm auch ihren Zoll. Sie kriegt Panikattacken und kann heute nicht mehr ohne Tabletten leben. Schonungslos berichtet sie in diesem Buch über die Fälle, wo sie drüber geschrieben hat

Ich gestehe, diese Frau ist mir so was von unsympathisch. Sie gibt ihren seelischen Zerbrechen dem Beruf die Schuld. Aber ganz ehrlich, wenn ich das seelisch nicht verkrafte, darf ich diesen Beruf auch nicht weiter ausführen. Doch für Claudia Keikus Wilms zählt die Story, egal was kommt. Sie will immer die erste sein oder mit einer der ersten, die als erstes über das Geschehen schreibt, immer mit der Angst im Nacken, es könne jemand schneller sein. Die  Einzelnen Schicksale, die hier zur Sprache kommen, kennen die meisten. Unter anderen schreibt sie über die Bestie von Bellit oder  Ulrike B. In diesem Buch sind auch Bilder von den geschriebenen Fällen oder auch von ihr.
Allerdings wenige, die wirklich was mit den Fällen zu tun haben, denn hauptsächlich kommt darin sie vor oder die große Suche nach Ulrike B. Die anderen Opfer bleiben außen vor und es gibt keine Bilder von denen.  Auch kommt mir die Autorin und Polizeireporterin sehr sensationslüstern rüber. Die Story will sie unbedingt schreiben, komme was wolle oder geschehe und wenn es auf die eigene Gesundheit bzw., Psyche geht. Das ist in dem Fall egal. Aber auch zeigt sie Mitgefühl mit den Eltern von den Opfern. Doch das wiegt die sensationsgeilheit (schuldigung für das Wort) nicht auf. Mir ist diese Person einfach unsympathisch und so kommt es in ihren Buch auf rüber. Nur die Story zählt.
Ja und dann kommt ja noch die Geschichte mit dem eigenen Missbrauch – wie soll es auch anders ein! Ob ich das glaube, ich kann es nicht sagen. Eine Polizeireporterin schreibt über missbrauchte Kinder und ist selber Opfer geworden…. Ohne Worte

FAZIT: ich habe mir mehr von diesem Buch versprochen. Aber hier kommt hauptsächlich h nur die Sensationsgier zum Vorschein, dass eigenen Psychische Zerbrechen und ein wenig dann die Fälle. Teilweise sind die einzelnen Kapitel abgehackt, ohne wichtigen Abschluss, wie z. B. 5 Berliner Jungen ein Täter. Also ich finde ,das Ende ist ohne Abschluss. Es gibt solche offene Enden noch mehr im Buch.
Auch finde ich die Fälle furchtbar durcheinander. Da wird einmal von einen Fall von 1993 berichtet, dann danach von 2005, als nächstes wieder irgendwann Anfang der 90, Anfang des 2000 usw. Total chronologisch, wenn man das gerne darüber verfolgen würde. Heißt das, das in manchen Jahren mehrere Taten geschehen sind und in manchen Jahren wenigere? Ich blick da nicht durch.
Also aus dem Buch hätte man echt mehr machen können. Man merkt, dass es ein Erstlingswerk von der Polizeireporterin ist, denn anscheinend ist Bücherschreiberin nicht ihre Stärke. Bleiben Sie bitte lieber bei den Nachrichten ihrer Zeitung!

Stärke: ein Buch über die armen Kinder als Opfer
Schwäche: Autorin scheint von sich sehr überzeugt. Bessere Auswahl an Bildern wäre schön