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Freitag, 13. Februar 2015

Linder, Lilly ~ Was fehlt, wenn ich verschwunden bin



Phoebe ist ein kleines Mädchen. Sie hat eigentlich eine Schwester, aber die ist in eine Klinik. Ihr geht es nicht gut, denn sie ist nichts mehr. Nun ist Phoebe allein zu Hause mit ihren Eltern und dem Hund Fork. Sie vermisst April so sehr,  dass sie ihr viele Briefe schreibt. Doch April antwortet nicht.
Denn April ist sehr krank und leidet an Magersucht. Phoebe kennt diese Krankheit nicht, will diese aber verstehen. Die Eltern sind entweder nur am Schreien oder reden gar nicht mit Phoebe. Schon gar nicht über die Krankheit. Dabei hat Phoebe so viele Fragen, die sie nun per Brief an April ihrer Schwester schickt. Außerdem denkt Phoebe viel über das Leben und die Worte nach. Wir April wieder gesund und kommt nach Hause, so wie Phoebe es sich so sehr wünscht. Denn ein Winter ohne wiederkehrenden Frühling ist wie ein Frühling ohne April – und damit meint Phoebe nicht nur den Monat.

Dieses Buch ist sehr sensibel und zeigt die verletzte Seele eines kleinen   10  jährigen Mädchen. Sie vermisst ihre 16 jährige Schwester sehr und versteht nicht, wer denn diese Freundin Ana ist, die April da hat. Sie weiß nur, dass sie böse ist und es nicht gut meint mit April. Beide Mädchen sind überklug und so stellt Phoebe immer wieder Fragen an ihre Eltern. Diese durch die Krankheit von April es schon überfordert, sind von der ewigen Fragerei und Hinterfragerei ihrer kleinen Tochter genervt. So bleibt Phoebe allein mit ihren Gedanken, Sorgen und Ängste für ihre Schwester. Einzig allein der Hund Fork steht an ihrer Seite und ist immer für sie da.
Dieses Buch ist ein Buch voller Gefühle und Gedanken. Es ist sensibel und traurig. Aber auch voller Lebensfreude und Sonnenschein. Doch es warten immer die dunklen Wolken am Rande der Seite. Phoebe ist völlig alleingelassen mit ihren Gedanken – Gedanken über Ana über Worte und Wortspielereien. Die Eltern können oder wollen ihrer überklugen Tochter nicht helfen. So haben sie schon vor langer Zeit auch bei April versagt, die auch überklug ist.

FAZIT: Dieses Buch nimmt einen mit auf eine Reise, die so voller Leben und Trauer ist. Und das schlimme daran ist, es ist so oft das reale Leben, was hier beschrieben wird. Hilfeschrei e werden so oft in der heutigen Hektomatenwelt überhört. Dieses Buch ist ein einziges Zitat an das Leben und das Gelebte. Dieses Buch nimmt einen gefühlsmäßig mit auf Höhen aber auch auf die tiefsten Tiefen.
Ich bin der Meinung, dieses Buch sollte ein Muss für alle Schulen werden. Denn gerade Jugendliche  - nein sogar Kinder sind am anfälligsten als Freunde von Ana.
Das Cover ist himmelblau, wie ein schöner Wintertag oder ein Apriltag. Um den Ich sind ein Haufen Vögel, die sich nach und nach von der Gruppe lösen und wegfliegen. So als wollten sie sich auflösen.

Stärke: beschäftigt sich mit einer Krankheit, die heutzutage an der Tagesordnung ist. Zeigt die Hilflosigkeit der Menschheit an.
Schwäche:


Vielen Dank an den Fischerverlag, an lovelybooks und an Lilly Lindner, das ich das Buch vorweglesen durfte.