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Sonntag, 11. Januar 2015

Hoppe, Liz ~ Aufgepuscht und Abgefahren


Sarah kommt nach Berlin und wohnt erst mal bei Nicki, ihrer ehemaligen Freundin im Dorf. Nicki ist erst nicht begeistert, dass Sarah bei ihr wohnen soll, doch mit der Zeit kommen sich die beiden näher. Nickis leben dreht sich eigentlich nur um Alkohol, Drogen, Party und Sex. Dahin führt Nicki Sarah und schließlich wird Nicki ihre beste Verbündete. Gemeinsam gehen sie auf Afterhourpartys, schnupfen Lines, trinken sich in Bewusstlosigkeit. Ein Jahr lang erlebt man den Absturz der beiden hautnah mit, leidet evtl. mit ihnen, schüttelt den Kopf über beide und versteht sie vielleicht nicht. Versteht nicht, wie sie ihr Leben so wegwerfen können. Ein Jahr mit all den Höhen, aber meistens mit Tiefen.
Am Ende stehen der Tod und der versuchte Selbstmord. Wird Sarah den Absprung in ein gutes Leben schaffen?

Der Roman ist aufrüttelnd, realistisch und ohne Spur von vertuschen bzw. verschönern. Er zeigt das Leben der Drogen und Alkoholesseze pur. Die Sprache ist hart aber ehrlich in diesem Milieu. Der Schreibstil ist einfach, aber von harten Worten begleitet. Die Geschichte ist realistisch, die Personen sehr gut dargestellt. Es kommen immer wieder die einzelnen Protagonisten zu Wort, was anhand der in Klammern gestellten Namen am Ende zeigt. Als "Normalbürger" kann man es nicht glauben, dass es sowas gibt und dass es wirklich teilweise so abgeht in sogenannten Szenen. Doch wenn man heutzutage die Zeitung aufschlägt oder Nachrichten guckt, dann weiß man, dass an dem Buch ein Funke Wahrheit steckt.

FAZIT: Dieses Buch finde ich gut recherchiert und es regt zum Denken an. Meiner Meinung nach sollte es an Schulen gelesen werden und anschließend darüber diskutiert werden.
Ein Stern bekommt es abgezogen, weil mir die Sprache ein wenig zu hart ist, obwohl es bestimmt in solchen Gruppen normal ist.

Stärke: ein wichtiges Thema
Schwäche: die etwas heftige Sprache