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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Gil, Franz ~ Die Schüsse von Öd


Der 5. November 1950 wird in Niederbayern immer den Einwohnern von Öd in Erinnerung bleiben. Denn an dem Abend ereignete sich dort ein brutaler hinterhältiger Doppelmord. Erst Jahre später wird der angebliche Täter, Paul Waczek genannt Metzgerfuchs, verurteilt. Er soll die Bauerneheleute Karl und Kathie Hartl aus Rache durchs Fenster erschossen haben. Doch er behauptet all die Jahre unschuldig zu sein.
Franz Gilg hat dann noch 50 Jahre dieses Buch geschrieben. Die Fakten entnahm er den Akten und Prozeßunterlagen der Gerichtsunterlagen und Aussagen von beteiligten Personen. Was geschah damals wirklich auf den Aussiedlerhof in Öd?
Dieser Tatsachenkrimi beginnt mit dem Jahre 1998. Ein alter Mann sucht den Ort des Verbrechens von damals auf. Danach gibt es immer wieder Rückblenden in das Jahr 1950, der Zeit der Tat, dem Jahr 1957 / 1958, wo die Verhandlung stattfand und in die Gegenwart 1998. Akribisch wird der Fall nochmal von Anfang an aufgerollt und erzählt, wie es zu der Tat gekommen ist. Ein jeder hat etwas zu verbergen gehabt, damals in dem Dorf und dessen Umgebung.

FAZIT: Dieser Krimi fesselnd einen von Anfang an. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch relativ gut lesen, einzig die kleine Schrift und der bayrische  Dialekt stoppt den Lesefluß. Der Tatsachenbericht ist in unterschiedlichen Zeitabschnitten eingeteilt. Dies verwirrt ab und zu, weil oft der Wechsel der Jahre vorkommt. Als Hilfe gibt es am Anfang an beim Buch ein Personalregister, wo alle betroffenen Personen aufgelistet sind.
Allem in Allen ist es ein guter Krimi über ein wahres Verbrechen. Doch manch ein Ausdruck hat mich echt den Kopf schütteln lassen, so z. B. S.171 „ sternvoller Dreck“. Bitte was ist ein sternvoller Dreck?
Trotzdem kann der Schriftsteller Franz Gilg gute Recherchen aufweisen und bedenkenlos mit Andrea Maria Schenkel und ihren Roman Tannöd, oder Peter Leuchners Hinterkaifeck mithalten..
Ich habe zwar mal ein bisschen im Netz gestöbert, aber leider nicht viel über den Mord an dem Ehepaar Hartl gefunden. Einzig bei Regiowik habe ich einen Artikel gefunden: Doppelmord von Kleinheckenwies. Dort heißt das Bauernehepaar Karl und Katharina Strasser und der angebliche Mörder Gottfried Salomon aus der Gemeinde Gangkofen, genannt Postfritz.

Stärke: ein guter Thriller über ein reales Verbrechen
Schwäche: die bayrische Sprache und manch verwirrender Satz