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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Thiesler, Sabine - Hexenkind

Die schöne Toskana wird von einen grausamen Mord heimgesucht. In einen alten Bauernhof mitten im Wald wird die Leiche von Sarah Simonetti , der deutschen Frau des Trattoria Besitzers Romano aufgefunden, mit durchschnittener Kehle. Donato Neri nimmt die Ermittlungen auf, was sich jedoch als schwierig erweist. Denn Sarah hatte mehrere Liebhaber und ein jeder kommt als Verdächtiger in Frage.
In Romanos Familie geht es nicht sehr harmonisch zu. Sein Vater Enzo  leidet immer mehr unter Demenz, sein Sohn Edi ist seit einen Unfall mit 2 Jahren zurückgeblieben, Seine Mutter Theresa führt ein strenges Regime und ist nur am Beten. Einzig allein zu seiner Stieftochter Elsa hat er einen guten Kontakt. Kennengelernt hat Romano seine frau in Deutschland, wo sie sich von ihren gewalttätigen Mann Franky flüchtet und dann später mit Romano nach Italien geht. Dort erfüllt er sich seinen Traum von einer eigenen Trattoria.  Nach dem Mord beginnt die Familie Stück für Stück zu zerbrechen. Doch wer ist nun der Täter? wer hatte wirklich einen Grund, die hübsche Frau so grausam umzubringen? Oder hat es was mit Sarahs Vergangenheit in Deutschland zu tun?
FAZIT: Das Buch besteht aus drei Teile: Das Verbrechen, Die Schuld und das Verhängnis. Alle drei Teile sind untereinander auch noch aufgeteilt wird als Rückblenden in Sarahs Leben in Deutschland und vor der Tat in der Toskana. Die Titel der drei Teile sind auch mit Italienischen Text versehen: Il Delitto, la colpa und il tradimento.  Der Schreibstil ist flüssig gehalten und die Kapitel sind kurz. Die Spannung baut sich erst nach und nach auf , wobei der Höhepunkt so ziemlich in der Mitte ist, wo er sich einige Zeit hält. Dann flacht er allerdings wieder etwas ab. Das Ende finde ich etwas an den Haaren herbeigezogen und für mich unverständlich. Der geistig behinderte Edi bringt immer wieder seine Kaninchen um und bekommt stets neue lebende Kaninchen. Das finde ich so was von unverantwortlich und einfach nur grausam.  Ich finde, da hätte die Schriftstellerin etwas mehr Feingefühl zeigen können und dem „doofen“ Edi nur noch ein Stoffkaninchen zuschreiben sollen. Das gefällt mir gar nicht und dafür gibt es von mir einen Punktabzug.
Auch versteh ich Romano nicht als italienischer Ehemann, der duldet, das seine Frau stets fremdgeht. So kenne ich die Italiener eigentlich nicht, oder? Im Großen und Ganzen ist der Thriller gut gelungen, das ein oder andere könnte man besser machen, aber trotzdem kann ich das Buch wärmstens empfehlen.
Das Cover ist gut gehalten. Ein Haus mitten im Wald passt zur Geschichte. Der Titel „Hexenkind“   hier in gelb verwittert, ist auch gut gewählt und nachdem man dieses Buch gelesen hat, findet man es auch passend.  Ich würde aufgrund des Bildes das Buch in der Buchhandlung in die Hand nehmen.

Stärke: ein unterhaltsamer Thriller, der Abwechslung bietet durch Rückblenden in die Vergangenheit 
Schwäche: das Ende ist an den Haaren herbeigezogen, meiner Meinung nach