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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Bracker, Jörgen - Hinter der Nebelwand


Der Krimi ist auf authentischer Basis und spielt 1911. Jungfischer Behr hat mit einen Kredit von Konservenfabrikant Nonnenworth sich ein eigenen Kutter gebaut. Bei der Namensgebung erfährt er, das er mit der Tochter von Nonnenworth verlobt ist. Marga ist genauso überrumpelt wie Flosse - so wird er Jungfischer aufgrund seiner großen Hände genannt. Es kommt zum Eklat. Denn eigentlich liebt Behr jemand anderes - die polnische Einwanderin Elsbeth.
Über Pfingsten kommen Flosse's fünf ehemaligen Marinekollegen zum Feiern. Am Pfingstsonntagabend kommt es dann zum Streit mit Anton Strobo, der daraufhin spurlos verschwindet. Am nächsten Morgen stellt Jungfischer Behr fest, dass sein Kutter MARGA spurlos verschwunden ist und macht sich mit einen geliehen Motorboot auf die Suche. Nachmittags wird er erschossen in diesen Boot aufgefunden. Es beginnt eine verzweifelte Suche nach dem Mörder, wobei der Altfischer Ohm und der Landarzt Dr. Wittenborg mit von der Partie sind. Ist vielleicht Elsbeth die Täterin, da diese auch unauffindbar ist, nachdem abends sie in der Gaststätte gedemütigt wurde? Lange rätselt der Leser, wer denn nun wirklich in Frage kommt für die Tat und erlebt am Ende nicht nur eine Überraschung.
In diesem Buch kommt aber auch mehr zur Sprache: Selbstmord, Ausländerfeindlichkeit, Wahnsinn aber auch die Liebe kommen hier nicht zu kurz. Die Personen sind gut dargestellt und kommen in diesem Krimi symphytisch rüber. Mit all Ihren Sorgen, Ängsten, Schwächen aber auch Stärken kann man mit ihnen fühlen und sich hineinversetzten. Auch die gut beschriebenen Landschaft kann man sich bildlich vorstellen und meint, da schon mal gewesen zu sein. Durch seine kurzen Kapitel lässt sich das Buch gut lesen. Gespickt mit teilweise historischen Bildern in den einzelnen Kapiteln ist es gut recherchiert vom Autor Jörgen Bracker. Das Nachwort klärt dann über die wahren Begebenheiten auf und zum Schluss wird auch die Sage der Nebelbraut - die sich wie ein roter Faden durch den Roman zieht - aufgeklärt.

FAZIT: Wer ein spannendes Buch haben möchte, das man nicht mehr aus der Hand legen will, sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen. Es ist weit mehr als ein Krimi und regt auch zum Denken nach, ob man nicht das ein oder andere mal zu heftig reagiert hat, z. B. auf einen Fremden.... 

Stärke: ein gut recherchierter Krimi, der teilweise nach einer wahren Begebenheit geschrieben ist
Schwäche: